Kirchenkonzert 2026
Mit einem Kirchenkonzert voller Emotionen, bewegender Momente und musikalischer Tiefe begeisterte die Musik- und Milizkapelle Bad Peterstal am Palmsonntag die zahlreichen Besucher in der Pfarrkirche St. Peter und Paul.
Nach längerer Zeit hatte die Kapelle wieder zu diesem besonderen Konzert eingeladen und ersetzte damit das traditionelle Osterkonzert. Das Ergebnis war eine eindrucksvolle musikalische Reise, eine Achterbahn der Gefühle zwischen Besinnlichkeit, Gänsehautmomenten und kraftvollen Höhepunkten.
Vorsitzende Christine Schönbrunn begrüßte die zahlreichen Besucher und bezeichnete das Konzert als Frühlingsboten und Zeichen des Neuanfangs. Auch Widrigkeiten könnten den Aufbruch nicht aufhalten. Diese Gedanken zogen sich wie ein roter Faden durch den gesamten Konzertnachmittag. Einfühlsam und mit passenden Gedanken führte Moderator Alexander Huber durch das Programm. Dabei zitierte er eine Influencerin, die sich bewusst von der Frage nach „echt oder nicht echt“ lösen wolle und sich stattdessen auf das Wahre konzentriere. Genau das sei die live erlebbare Musik, ein Erlebnis, das durch nichts zu ersetzen sei und gerade in Zeiten von künstlicher Intelligenz an Bedeutung gewinne.
Unter der musikalischen Leitung von Dirigent Stephan Börsig entführte die Kapelle das Publikum in ganz unterschiedliche Klangwelten. Mit der feierlichen „Intrada Solenne“ eröffnete das Orchester eindrucksvoll das Programm. Es folgte „Allerseelen“ von Richard Strauss, das mit klarer musikalischer Sprache und gefühlvoller Sentimentalität die Zuhörer in eine stille Welt des Erinnerns eintauchen ließ. Ein besonderer Höhepunkt war das „Adagio“ von Wolfgang Amadeus Mozart, arrangiert von Zeno Peters. Kurt Simoneit brillierte dabei als Solist an der Klarinette und berührte mit seinem ausdrucksstarken Spiel das Publikum. Mit „La Storia“ von Jacob de Haan entfaltete sich eine musikalische Erzählung, bei der die Zuhörer ihre eigenen Bilder und Geschichten entstehen lassen konnten. Kraftvolle Melodien und wechselnde Rhythmen prägten anschließend „By the Rivers of Babylon“ einer Vertonung von biblischen Psalmen von Ed Huckeby, bei dem besonders das Schlagzeugregister mit eindrucksvollen Effekten überzeugte. Ein besonders emotionaler Moment folgte mit „The Sound of Silence“ von Paul Simon. Gefühlvoll und ruhig entfaltete sich die Musik und zog das Publikum spürbar in ihren Bann.
Vor dem Werk „The Mission“ von Ennio Morricone folgte ein weiterer bewegender Augenblick: Vorsitzende Christine Schönbrunn ernannte den langjährigen Dirigenten Antonio Sergi, der rund 25 Jahre die Kapelle als Musikalischer Leiter und Ausbilder prägte, zum Ehrendirigenten. Aufgrund seiner Erkrankung konnte er selbst nicht anwesend sein. Als Oboist hatte Sergi dieses Werk selbst häufig als Solist gespielt, weshalb ihm das Stück gewidmet wurde. Damit ging symbolisch eine Ära zu Ende. Eine Ära, die ebenfalls bei einem Kirchenkonzert im Jahr 2002 begonnen hatte. Gleichzeitig stellte Dirigent Stephan Börsig eindrucksvoll den gelungenen Neuanfang und das vertrauensvolle Miteinander mit der Kapelle unter Beweis.
Mit der Filmmusik „Pearl Harbor“ von Hans Zimmer setzte die Kapelle einen grandiosen Schlusspunkt mit Gänsehautmoment. Das Werk, das sowohl die Sinnlosigkeit des Krieges als auch Versöhnung symbolisiert, überzeugte mit choralähnlichen Themen, dramatischen Passagen und mitreißenden Klangbildern. Nach langanhaltendem Applaus und Standing Ovations bedankte sich die Kapelle mit Zugaben beim begeisterten Publikum. „The Story“ begann sanft und gefühlvoll, bevor es sich in einen rockigen Groove steigerte. Mit einem Gute Nacht Lied „Goodnight“ von Thomas Doss verabschiedete man sich schließlich stimmungsvoll.
Am Ende stand ein großes Konzert voller Emotionen, das die Zuhörer in eigene Gedankenwelten entführte und eindrucksvoll zeigte, wie lebendig und bewegend echte Musik sein kann. Dirigent Stephan Börsig gelang es gemeinsam mit der Musik- und Milizkapelle Bad Peterstal, ein musikalisches Meisterwerk zu schaffen, das dem Publikum noch lange in Erinnerung bleiben dürfte.